Herstellung von Münzen
Bis zum fünfzehnten Jahrhundert wurden Münzen von Hand geschlagen. Dies bedeutet, dass der Hersteller der Münzen einen gegossenen Metallklumpen, den sogenannten Schrötling, auf einen freiliegenden Unterstempel legte, in welchen das Münzbild von der Vorderseite der Münzen eingraviert war. Dieses Bild wird auch als “Avers” bezeichnet. Anschließend legte man auf den gegossenen Metallklumpen einen Festhaltemeißel. In diesen war die Rückseite der Münze, welche als Revers bezeichnet wird, eingraviert. Und dieser Festhaltemeißel enthielt schließlich den Oberstempel. Das Bild auf der Rückseite der Münzen wurde anschließend mit sehr kräftigen Hammerschlägen in den Schrötling hinein gestempelt. Alle Münzen wurden individuell hergestellt und keine einzige Münze glich der anderen Münze. Derartige Exemplare nennt man “handgeschlagene Münzen”. Die Münzen kann man sehr einfach an ihren unregelmäßigen Rändern erkennen. Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist, dass die Sorte von Münzen nicht zentriert ist.
Erst ungefähr im Jahre 1550 wurde die sogenannte Spindelmünzpresse, und kurze Zeit später das Walzwerk erfunden. Mit der Spindelmünzpresse konnte man bereits 30 Münzen innerhalb von nur einer Minute herstellen. Somit konnte die Herstellung der Zahlungsmittel bereits um einiges schneller und einfacher abgewickelt werden.